Pianotype

Noten lesen lernen: So fangen Sie an

Wenn Sie Noten lesen lernen möchten, müssen Sie nicht gleich alles auswendig können. Wir beginnen mit den Grundlagen: wie die Noten heißen, was Notenzeile und Notenschlüssel sind, wo die Noten stehen und woran Sie ihre Länge erkennen. Danach geht es um die Vorzeichen: Kreuz, b und Auflösungszeichen. Und zum Schluss beantworten wir die große Frage: Wie viel sollten Sie mit Pianotype üben, um Noten lesen und nach und nach Klavier spielen zu lernen?

Die Notennamen

Die Noten sind nach Buchstaben benannt, im Deutschen sind es diese sieben: C, D, E, F, G, A und H. Nach dem H beginnt die Reihe von vorn, nur eine Oktave höher. Eine Oktave umfasst acht weiße Tasten in Folge, von einem C bis zum nächsten. Auf dem Klavier entspricht jede weitere weiße Taste nach rechts der nächsten Note.

Ein C finden Sie leicht: Suchen Sie eine Zweiergruppe schwarzer Tasten. Das C ist die weiße Taste direkt links davon. Das mittlere C ist das C, das der Mitte der Klaviatur am nächsten liegt, meist ungefähr vor dem Schriftzug des Klaviers. In der Musiklehre heißt es auch eingestrichenes c. In englischsprachigen Noten heißen die sieben Töne fast genauso, nur das H heißt dort B:

DeutschCDEFGAH
EnglischCDEFGAB

Ein B gibt es im Deutschen trotzdem, aber es meint einen anderen Ton: die schwarze Taste zwischen A und H. Mehr dazu weiter unten bei den Vorzeichen.

Die Notenzeile

Noten stehen in einer Notenzeile, auch Notensystem genannt: fünf waagerechte Linien. Eine Note kann auf einer Linie stehen oder im Zwischenraum zwischen zwei Linien. Je höher eine Note in der Notenzeile steht, desto höher klingt sie.

Die Linien werden von unten nach oben gezählt: Die erste ist die unterste, die fünfte die oberste.

Stellen Sie sich die Notenzeile als Treppe vor: Jede Stufe ist entweder eine Linie oder ein Zwischenraum. Jede Stufe nach oben ist die nächste weiße Taste rechts, jede Stufe nach unten die nächste weiße Taste links.

Im Violinschlüssel zum Beispiel steht das E auf der ersten Linie, das F eine Stufe höher im Zwischenraum und das G noch eine Stufe höher auf der zweiten Linie.

Im Violinschlüssel: E auf der ersten Linie, F im Zwischenraum darüber, G auf der zweiten Linie

Manchmal reichen fünf Linien nicht: Eine Melodie kann über die Notenzeile hinaus nach oben oder unten gehen. Dann bekommen einzelne Noten über oder unter der Notenzeile kurze Hilfslinien. Die Treppe geht dabei genauso weiter: Stufe für Stufe, weiße Taste für weiße Taste.

Im Violinschlüssel steht zum Beispiel das D unter der ersten Linie und das C eine Stufe tiefer auf der ersten Hilfslinie. Das ist das mittlere C, das C in der Mitte der Klaviatur. Mit ihm fangen Anfänger oft an.

Vom E die Treppe hinunter: das D unter der ersten Linie, dann das mittlere C auf der ersten Hilfslinie

Notenschlüssel

Die Notenzeile allein verrät noch nicht, welche Note auf welcher Linie steht. Das ist wie eine Landkarte ohne Beschriftung: Die Linien sind da, aber Sie wissen nicht, was sie bedeuten. Hier kommt das Zeichen am Anfang der Notenzeile ins Spiel, der Notenschlüssel. Er legt eine Note fest, und alle anderen finden Sie von ihr aus auf der Treppe, Stufe für Stufe nach oben oder unten.

In Klaviernoten gibt es zwei Schlüssel:

  • Der Violinschlüssel sieht aus wie ein großer Schnörkel. Achten Sie darauf, wo er sich um die zweite Linie von unten windet. Auf dieser Linie steht das G über dem mittleren C, gleich rechts von der Mitte der Klaviatur. Deshalb heißt der Violinschlüssel auch G-Schlüssel. Die Noten in diesem Schlüssel spielt meist die rechte Hand.
  • Der Bassschlüssel sieht aus wie ein spiegelverkehrtes C mit zwei Punkten. Die Punkte liegen über und unter der vierten Linie von unten. Auf dieser Linie steht das F unter dem mittleren C, gleich links von der Mitte der Klaviatur. Deshalb heißt der Bassschlüssel auch F-Schlüssel. Die Noten in diesem Schlüssel spielt meist die linke Hand.
Der Violinschlüssel markiert das G auf der zweiten Linie, der Bassschlüssel das F auf der vierten

In Klaviernoten stehen die beiden Notenzeilen meist übereinander: oben die im Violinschlüssel, darunter die im Bassschlüssel. Eine geschweifte Klammer links verbindet sie und zeigt, dass beide zusammengehören und als ein Musikstück mit beiden Händen gespielt werden.

Das mittlere C liegt zwischen den beiden Notenzeilen. Es ist das C nahe der Mitte der Klaviatur. Weil es in keine der beiden Zeilen passt, steht es auf einer kurzen Hilfslinie. Sie können es direkt unter die obere Notenzeile schreiben oder direkt über die untere. Es sieht in jeder Zeile anders aus, ist aber dieselbe Taste auf dem Klavier.

Notenwerte

Musik hat einen gleichmäßigen Puls, wie das Ticken einer Uhr. Sie können ihn im Kopf mitzählen: „eins, zwei, drei, vier“. Jede dieser Zahlen steht für einen Schlag, auch Zählzeit genannt.

Die Form einer Note zeigt, wie viele Schläge lang Sie sie halten. Drücken Sie die Taste und halten Sie sie, während Sie zählen.

NoteSo sieht sie ausSchläge im 4/4-⁠Takt
Ganze Note Ein leerer Notenkopf ohne Hals4
Halbe Note Ein leerer Notenkopf mit Hals2
Viertelnote Ein ausgefüllter Notenkopf mit Hals1
Achtelnote Ein ausgefüllter Notenkopf mit Hals und Fähnchen½

Den senkrechten Strich an einer Note nennt man Notenhals oder kurz Hals.

Eine Viertelnote und ihr Hals

Ein Punkt rechts neben einer Note verlängert sie um die Hälfte ihres Werts. Eine halbe Note dauert zwei Schläge, eine punktierte halbe Note drei: „eins, zwei, drei“.

Eine punktierte halbe Note dauert drei Schläge

Pausen sind Zeichen für Stille. Zu jedem Notenwert gibt es eine passende Pause. Während einer Pause spielen Sie nichts, zählen aber weiter.

Pausen: ganze, halbe, Viertel- und Achtelpause

Takte. Senkrechte Striche in der Notenzeile, die Taktstriche, teilen die Musik in gleich lange Abschnitte: die Takte. Am Anfang eines Stücks sehen Sie zwei Zahlen übereinander, zum Beispiel 4/4 oder 3/4. Das ist die Taktart. Die obere Zahl sagt, wie viele Schläge ein Takt hat. Im 4/4-Takt zählen Sie bis vier, im 3/4-Takt bis drei, wie beim Walzer. Die untere Zahl sagt, welcher Notenwert einen Schlag dauert: 4 steht für die Viertelnote.

Im 4/4-Takt teilen Taktstriche die Musik in Takte zu je vier Schlägen

Kreuz, b und Auflösungszeichen

Manchmal steht vor einer Note ein kleines Zeichen, ein Vorzeichen. Es sagt Ihnen, dass Sie statt der gewohnten Taste die direkt daneben spielen.

  • Kreuz (♯) – spielen Sie die nächste Taste rechts. Meist ist das eine schwarze Taste. Mit einem Kreuz bekommt der Notenname die Endung -is: Das Cis ist die schwarze Taste zwischen C und D.
  • b (♭) – spielen Sie die nächste Taste links. Mit einem b bekommt der Name die Endung -es oder -s: Aus D wird Des, aus E wird Es, aus A wird As. Eine Ausnahme kennen Sie schon: Aus H wird B, die schwarze Taste zwischen A und H.
  • Auflösungszeichen (♮) – hebt ein Kreuz oder b auf: Sie spielen wieder die normale weiße Taste.

Diesen Schritt zur direkt benachbarten Taste nennt man Halbton.

Wie lange gilt ein Vorzeichen? Das hängt davon ab, wo es steht.

  • Vor einer Note gilt es bis zum Ende des Takts. Kommt dieselbe Note im selben Takt noch einmal vor, auf derselben Linie oder im selben Zwischenraum, gilt das Zeichen weiter, auch wenn es nicht noch einmal dasteht. Im nächsten Takt gilt es nicht mehr.
  • Direkt nach dem Schlüssel, am Anfang jeder Zeile, gilt es für das ganze Stück oder bis andere Vorzeichen folgen. Diese Zeichen heißen Generalvorzeichen. Steht nach dem Schlüssel ein Kreuz für das F, wird jedes F im Stück zum Fis, in jeder Oktave, es sei denn, ein Auflösungszeichen hebt es auf.

Wie viel sollten Sie üben, um Klavier zu lernen?

Weniger, als Sie vielleicht denken: Für den Anfang reichen schon fünf Minuten am Tag.

Noten lesen ist eine Fertigkeit und nichts, was man an einem einzigen Abend lernt. Sie wächst durch Wiederholung, genau wie das Lesen von Wörtern: Zuerst entziffern Sie die Noten eine nach der anderen, dann erkennen Sie sie auf einen Blick. Deshalb bringen kurze tägliche Übungseinheiten mehr als eine Stunde einmal pro Woche. Ihr Gehirn hat Zeit, das Gelernte vom Vortag zu festigen, ohne zu ermüden.

So könnte eine Übungseinheit aussehen:

  1. Lesen Sie eine kurze Zeile Noten: Nennen Sie jede Note und spielen Sie sie.
  2. Spielen Sie mehrere Noten hintereinander und schauen Sie dabei möglichst nicht auf Ihre Hände.
  3. Merken Sie sich, bei welchen Noten Sie ins Stocken geraten, und fangen Sie beim nächsten Mal mit ihnen an.
  4. Sobald einzelne Noten leichtfallen, gehen Sie zu einfachen Stücken über: mit beiden Händen und in langsamem Tempo.

Der dritte Schritt ist der wichtigste – und der schwierigste. So lernen wir Vokabeln und alles, was wir auf Anhieb erkennen müssen: Schwieriges kommt öfter dran, Vertrautes immer seltener.

Jede knifflige Stelle selbst im Blick zu behalten, ist mühsam, und genau dabei hilft Pianotype. Die App merkt, bei welchen Übungen Sie Schwierigkeiten haben, und bringt sie zurück, später in derselben Übungseinheit und beim nächsten Üben, bis sie Ihnen leichtfallen. Übungen, die Sie beherrschen, kommen seltener, sodass Ihre fünf Minuten am Tag dem gelten, was Sie wirklich verbessern müssen.

Fragen

Ich kenne noch keine einzige Note. Wo fange ich an?

Beginnen Sie an der Klaviatur: Suchen Sie ein C und spielen Sie alle weißen Tasten bis zum nächsten C. Danach kommen die Notenzeile und der Violinschlüssel: Ihn liest meist Ihre rechte Hand.

Kann ich ohne Klavier lernen?

Ja. In den Ratgebern zum Violin- und zum Bassschlüssel können Sie eine Übung auf dem Bildschirmklavier ausprobieren, mit der Maus oder der Computertastatur. In Pianotype tippen Sie die Tasten direkt auf dem Handy an. Und wenn Sie ein Klavier haben, hört die App es über das Mikrofon.

Wie behalte ich bei den vielen Linien den Überblick?

Sie müssen sie nicht alle auf einmal auswendig lernen. Merken Sie sich eine Note, etwa das E auf der ersten Linie, und zählen Sie von dort aus: Jede Stufe nach oben ist die nächste weiße Taste.

Warum gibt es zwei Schlüssel? Reicht nicht einer?

Ein Klavier ist so breit, dass seine Noten nicht in eine einzige Notenzeile passen. Deshalb liest die rechte Hand den Violinschlüssel und die linke den Bassschlüssel. Sie können mit dem Violinschlüssel anfangen und den Bassschlüssel später dazunehmen.

Was tun, wenn ich mir die Noten einfach nicht merken kann?

Das ist völlig normal, so funktioniert das Gedächtnis. Kurzes tägliches Üben und regelmäßiges Wiederholen helfen: Pianotype bringt die Übungen, die Ihnen schwerer fallen, so lange zurück, bis sie sitzen.

Reichen fünf Minuten am Tag wirklich?

Für den Anfang, ja. Jeden Tag zu üben ist wichtiger als lange zu üben. Wenn Sie Lust auf mehr haben, nur zu, aber auch fünf Minuten bringen Sie weiter.

Wie lange dauert es, bis ich Noten lesen kann?

Das ist bei jedem anders und hängt davon ab, wie oft Sie üben. Pianotype zeigt, wie viele Noten pro Minute Sie lesen, sodass Sie Ihren Fortschritt schon nach ein paar Übungen sehen.

Etwas Übung. Eine ganze Welt voller Musik.

Schon fünf Minuten am Tag mit Pianotype können Ihnen helfen, Noten lesen zu lernen und Ihre Lieblingsstücke zu spielen. Starten Sie kostenlos.

Ode an die Freude – Ludwig van Beethoven

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